Einordnung
Vorab zur Einordnung. Dieser Beitrag stützt sich auf die offizielle Kling-4.0-Modellbeschreibung und die Zugangsangaben vom 11. Oktober 2026. Kling kündigt den vollständigen Start weiter für Oktober an, die App bewirbt begrenzten Flash-Zugang. Die beschriebenen Funktionen sind Herstellerangaben und keine unabhängig bestätigten Testergebnisse.
Kling 4.0: das Wichtigste in Kürze
- Kling AI kündigte Kling 4.0 am 28. September an. Ein genauer Starttag im Oktober ist noch nicht bekannt.
- Kling 4.0 Flash ist laut Kling für Abonnenten des jährlichen Ultra-Tarifs im Early Access.
- Für das vollständige Modell nennt Kling bis zu 30 Sekunden native Videogenerierung, zehn Keyframes, bis zu 15 multimodale Referenzen, 4K und 10-Bit-HDR.
- Kling 3.0 unterstützt bereits natives 4K und Videos bis zu 15 Sekunden.
- Die API-Seite führt Kling 4.0 als Preview. Ein konkreter Preis pro Generierung ist in den geprüften Quellen nicht bestätigt.
Was ist Kling 4.0?
Kling 4.0 ist die nächste angekündigte Generation des KI-Videomodells von Kling AI, das zum chinesischen Technologiekonzern Kuaishou gehört. Am 28. September stellte Kling auf seinem offiziellen X-Kanal neue Funktionen vor. Die Kling-App bewirbt zugleich den frühen Zugang zu Kling 4.0 Flash.
Das sind zwei verschiedene Dinge: Flash ist bereits in einem begrenzten Early Access, den vollständigen Start von Kling 4.0 kündigt Kling erst für Oktober an. Ein genaues Datum gibt es bisher nicht. Eine regionale Beschränkung nennt Kling öffentlich nicht, daraus folgt aber nicht sicher, dass der Zugang in allen Ländern offensteht.
Die Modellbeschreibung nennt inzwischen Eingabegrenzen und Ausgabeformate. Ob sie im eigenen Konto und im Flash-Zugang schon vollständig gelten, solltest du vor einer Produktion prüfen. Die beworbenen Werte garantieren keine Qualität für eine konkrete Szene.
Bis zu 30 Sekunden aus einer Generierung
Kling kündigt für das vollständige Modell Videos von bis zu 30 Sekunden in einer Generierung an. „Nativ“ bedeutet hier, dass das Modell die Sequenz direkt in dieser Länge erzeugen soll und sie nicht aus kürzeren Clips zusammensetzt oder nachträglich verlängert.
Längere Generierungen könnten die Zahl der einzelnen Clips verringern. Bewegungen, Gesichter und Gegenstände müssen trotzdem über die ganze Szene geprüft werden, denn die Maximallänge sagt nichts über die Qualität.
Zum Vergleich: Laut Klings Anleitung zu VIDEO 3.0 kann die bisherige Generation Videos von drei bis 15 Sekunden erzeugen.
Was zehn Keyframes verändern könnten
Ein Keyframe ist ein festgelegter Zeitpunkt in einem Video, an dem ein bestimmtes Bild oder ein visueller Zustand vorgegeben wird. Kling kündigt eine Steuerung mit bis zu zehn Keyframes an. Damit könnten Kreative wichtige Stationen einer Szene festlegen, zum Beispiel wie sich eine Figur oder die Umgebung im Verlauf verändern soll.
Das wäre mehr als die bisherige Steuerung mit Start- und Endbild sowie Storyboard- und Mehrbildfunktionen in Kling 3.0. Wie sich die zehn Keyframes in der Oberfläche anlegen lassen, welche Abstände möglich sind und ob sie sich mit allen anderen Referenzen kombinieren lassen, ist öffentlich noch nicht genau dokumentiert. Die Zahl allein verrät auch nicht, wie sauber das Modell den Übergang zwischen den Bildern umsetzt.
Omni Reference: angekündigte Vorgaben und Grenzen
Kling beschreibt „Omni Reference“ als Unterstützung für bis zu 15 multimodale Referenzen. Multimodal heißt, dass neben Text auch andere Materialarten als Bezug dienen können, zum Beispiel Bilder oder Videos. Damit lassen sich Figuren, Gegenstände oder ein visueller Stil vorgeben.
Die offizielle Modellbeschreibung begrenzt Omni Reference auf insgesamt 15 Referenzen aus Bildern, Videos, Stimmreferenzen und Elementen. Innerhalb dieser Gesamtgrenze nennt Kling bis zu zehn Bilder, fünf Videos und sieben Elemente, darunter höchstens drei aus Videos. Diese Einzelgrenzen lassen sich nicht beliebig addieren.
Als Audioeingabe nennt Kling Stimmreferenzen. Eine eigene Höchstzahl dafür weist die Tabelle nicht aus; maßgeblich bleibt die gemeinsame Grenze aller Referenzen.
4K ist nicht neu. 10-Bit-HDR wäre eine Erweiterung
Kling bewirbt für 4.0 eine Ausgabe bis 4K und 10-Bit-HDR bei 1080p und 4K. 4K wäre bei Kling keine Premiere: Der Hersteller hat natives 4K für die VIDEO-3.0-Modellreihe laut eigenem Blogbeitrag bereits am 23. April 2026 eingeführt.
10-Bit beschreibt die Farbtiefe. Pro Farbkanal sind bis zu 1.024 Abstufungen möglich, bei 8-Bit sind es 256. HDR steht für einen größeren darstellbaren Helligkeitsumfang. Zusammen können beide sichtbare Farbabstufungen glätten und Details in hellen und dunklen Bereichen besser erhalten, sofern Ausgabeformat, Bildschirm und weitere Produktionsschritte mitspielen. Aus dem erzeugten Bild wird dadurch nicht automatisch professionelles Kameramaterial.
Die Modellbeschreibung nennt inzwischen auch das Seitenverhältnis 21:9. Eine Bildrate steht dort nicht, sie solltest du am konkreten Ausgabeformat prüfen.
Audio, Stereo und Lip-Sync
Kling kündigt hochwertigen Stereo-Ton und genaueres Lip-Sync an. Lip-Sync ist die Synchronisierung von Sprache und Mundbewegungen, Stereo verteilt den Ton auf zwei Kanäle. Dadurch werden räumliche Unterschiede zwischen Geräuschen hörbar. Über die Qualität von Mischung, Dialog oder Geräuschkulisse sagt das aber noch nichts.
Natives Audio ist schon in Kling 3.0 enthalten. Neu wären laut Ankündigung also Stereo und eine bessere Synchronisierung. Wie groß die Verbesserung ausfällt, lässt sich erst mit vergleichbaren Tests beurteilen, und öffentlich nachvollziehbare Messwerte hat Kling dafür bisher nicht vorgelegt.
Video Editing und Verlängerung
Kling stellt für 4.0 verbesserte Videobearbeitung und Videoverlängerung in Aussicht. Der Bericht von IT之家 nennt unter anderem Änderungen an Motiven und Hintergründen sowie Anpassungen von Stil, Wetter, Farbe und Material. Er beziffert eine Verlängerung auf bis zu zwei Minuten.
Die Zwei-Minuten-Angabe stammt aus dem Medienbericht und ist in der geprüften offiziellen Spezifikation nicht bestätigt. Plane sie deshalb nicht als zugesicherte, allgemein verfügbare Funktion in eine Produktion ein. Die Bearbeitungsgrenzen des Flash-Zugangs sind ebenfalls separat zu prüfen.
Sprachen, Texte und Kamerasteuerung
Die offizielle Modellbeschreibung nennt unter anderem Chinesisch, Englisch, Japanisch, Koreanisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, Französisch und Indonesisch und kündigt auch die Textdarstellung in diesen Sprachen an. Wie zuverlässig Sprache und Schrift im konkreten Clip gelingen, verrät die Liste nicht.
Kling 3.0 unterstützt laut Hersteller bereits fünf Sprachen sowie Dialekte und Akzente. Einen unabhängig geprüften Vergleich zur Zuverlässigkeit von Sprache und Textdarstellung in 4.0 gibt es für diesen Beitrag nicht.
Bei Kamerabewegungen spricht Kling allgemein von stabilerer dynamischer Bewegung. Welche neuen, gezielt einstellbaren Kamerafahrten 4.0 bietet, beschreibt Kling nicht. Kling 3.0 hat bereits Mehrbild-Storyboards und erlaubt, Kamerabewegungen im Prompt zu beschreiben. Einen belegten Vergleich, der in 4.0 eine konkrete Verbesserung zeigt, gibt es bislang nicht.
Kling 4.0 Flash: wer kann es testen?
Nach Kling-Angaben steht Flash derzeit Abonnenten des Ultra-Jahrestarifs im Early Access offen. Einen gesonderten Zugang für andere Tarife nennt die öffentliche Kling-Seite nicht, und eine vollständige Featureliste für Flash gibt es dort auch nicht. Es lässt sich insbesondere nicht belegen, dass Flash dieselben Laufzeiten, Auflösungen und Referenzgrenzen bietet wie das vollständige Kling 4.0.
Einzelne Nutzer haben erste Flash-Eindrücke veröffentlicht, aber das sind keine kontrollierten Vergleiche. In den bis zum 30. September auffindbaren Berichten gibt es keinen belastbaren Test, der dieselben Prompts mit Kling 3.0 und 4.0 Flash systematisch gegenüberstellt. Ein von einem Nutzer vorgestelltes Musikvideo war außerdem gesponsert. Als Anschauungsmaterial taugt es, als unabhängiger Leistungsvergleich nicht.
Kling 4.0 im Vergleich zu Kling 3.0
| Bereich | Kling 3.0 | Kling 4.0 laut Ankündigung |
|---|---|---|
| Maximale Länge | Bis zu 15 Sekunden | Bis zu 30 Sekunden |
| Keyframes | Start-/Endbild und Storyboard-Funktionen | Bis zu zehn Keyframes angekündigt |
| Referenzen | Bild- und Videoelemente; keine vergleichbare Gesamtzahl veröffentlicht | Bis zu 15 Referenzen insgesamt; Einzelgrenzen laut Modellbeschreibung |
| Auflösung | Natives 4K bereits verfügbar | Bis zu 4K angekündigt |
| HDR | In der 3.0-Anleitung nicht als Neuerung ausgewiesen | 10-Bit-HDR für 1080p und 4K angekündigt |
| Audio | Native Audioausgabe; fünf Sprachen in der Anleitung genannt | Stereo und genaueres Lip-Sync angekündigt |
| Bearbeitung | Mehrbild- und Elementfunktionen | Erweitertes Editing und Verlängerung angekündigt, Umfang teils nur sekundär berichtet |
Die Tabelle zeigt vor allem eine längere Maximallaufzeit und zusätzliche Vorgaben durch Keyframes und Referenzen. 4K und native Audioausgabe gibt es schon in der Vorgängergeneration. Ob 4.0 Szenen zuverlässiger erzeugt oder sich leichter steuern lässt, müssen vergleichbare Tests zeigen.
Abotarif und offene Generierungskosten
Konkrete Preise beziehungsweise Credit-Kosten für Kling 4.0 sind derzeit noch nicht offiziell veröffentlicht.
Die Kosten einer Generierung sind etwas anderes als die Abokosten. Die Kling-App bewirbt den frühen Flash-Zugang über den Ultra-Jahrestarif. Einen verlässlich belegten aktuellen Jahrespreis nenne ich hier nicht, maßgeblich ist die Tarifansicht vor dem Kauf. Außerdem sagt ein Abopreis nicht, wie viele Credits eine 4.0-Generierung verbraucht.
Die Kling-API-Seite führt 4.0 inzwischen als Preview. Einen konkreten öffentlichen Generierungspreis bestätigen die geprüften Quellen nicht. API und Verbraucherabo rechnen unterschiedlich ab, Preise von Kling 3.0 lassen sich deshalb nicht auf 4.0 übertragen.
Für welche Produktionen könnte es interessant werden?
Bestätigen sich die angekündigten Funktionen im vollständigen Modell, helfen längere Generierungen und mehr Keyframes vermutlich bei Szenen mit mehreren klar abgegrenzten Handlungsschritten. Referenzbilder und -videos könnten eine Figur oder ein Produkt über eine Sequenz hinweg festhalten, und Stereoausgabe könnte Schritte bei der Tonanordnung sparen.
Das sind mögliche Arbeitsvorteile und keine belegten Qualitätsurteile. Eine längere Generierung garantiert weder durchgängig gleiche Figuren noch fehlerfreie Bewegungen. Für Werbung und professionelle Produktionen bleiben Bildprüfung, Auswahl und Nachbearbeitung nötig. Wie viel Zeit Kling 4.0 tatsächlich spart, hängt außerdem von Fehlversuchen, Credits und den noch unbekannten Preisen ab.
Was noch offen ist
Für die Planung bleiben besonders der Zugang im eigenen Konto, die Flash-Funktionen und die tatsächlichen Credit-Kosten entscheidend.
Die Gesamtgrenze der Referenzen, 21:9 und das Prompt-Limit von 8.000 Tokens nennt die Herstellerbeschreibung inzwischen. Offen bleiben in den geprüften Angaben die Bildrate, eine eigene Höchstzahl der Stimmreferenzen und die bestätigte Verfügbarkeit der berichteten Verlängerung auf zwei Minuten. Eigene reproduzierbare Tests gibt es für diesen Beitrag nicht.
Häufige Fragen zu Kling 4.0
Wann erscheint Kling 4.0?
Kling hat den vollständigen Start für Oktober 2026 angekündigt, aber keinen konkreten Tag genannt.
Welche Cliplänge kündigt Kling für 4.0 an?
Kling kündigt für das vollständige Modell Videos von bis zu 30 Sekunden pro Generierung an. Unabhängige Tests dazu stehen noch aus.
Unterstützt Kling 4.0 4K?
Kling kündigt bis zu 4K an. Natives 4K gab es bereits bei Kling 3.0.
Was bedeutet 10-Bit-HDR?
10-Bit bietet mehr Farbabstufungen als 8-Bit. HDR kann auf kompatiblen Geräten einen größeren Helligkeitsumfang darstellen.
Was sind die zehn Keyframes?
Das sind bis zu zehn festgelegte Bild- oder Handlungsmomente, die den Verlauf eines Videos steuern sollen.
Was ist Omni Reference?
Eine angekündigte Funktion für bis zu 15 Referenzen insgesamt aus Bildern, Videos, Stimmreferenzen und Elementen. Zusätzlich gelten die Einzelgrenzen der Modellbeschreibung.
Kann ich Kling 4.0 schon nutzen?
Kling 4.0 Flash ist laut Anbieter für Ultra-Jahresabonnenten im Early Access. Das vollständige Kling 4.0 soll im Oktober starten.
Quellen
10 Links
- Kling AI auf X: Ankündigung zu Kling 4.0 und Flash, 28.09.2026
- Kling AI: aktuelle App- und Zugangsseite
- Kling AI: VIDEO 3.0 Model User Guide
- Kling AI: native 4K-Einführung für Kling 3.0
- IT之家: berichtete Kling-4.0-Details, 29.09.2026
- Kling AI: API-Dokumentation und API-Preisseite
- Kling AI: Kling-4.0-Modellbeschreibung und API-Übersicht, abgerufen am 11.10.2026
- CellCog: Quellenprüfung und offene Fragen zu Kling 4.0, 28.09.2026
Stand: 11.10.2026. Angaben zu Verfügbarkeit, Modellfunktionen und Konditionen können sich während der Einführung ändern. Tarifkosten und die Kosten einer einzelnen Generierung müssen getrennt geprüft werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ordnet die zum Stichtag verfügbaren Herstellerangaben und Berichte ein. Er ist kein unabhängiger Produkttest. Verfügbarkeit, technische Grenzen und Preise sollten vor einem konkreten Einsatz beim Anbieter geprüft werden.
Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und ohne Gewähr. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehme ich, soweit gesetzlich zulässig, keine Haftung.
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