Die Nachricht
Zwei Geschichten um Donna Freedman
Fremantle und RoseBerry Media wollen vorhandene Folgen der australischen Serie für die Plattform epis neu schneiden. Den Anfang machen zwei Handlungsstränge um Donna Freedman, gespielt von Margot Robbie zwischen 2008 und 2011. Laut Variety vom 29. September 2026 sollen daraus kurze Hochformatfolgen mit zusammen ungefähr 150 Minuten Laufzeit entstehen. Es geht um eine neue Fassung vorhandener Auftritte, nicht um neu gedrehte Folgen mit Robbie.
Solche kurzen, fortlaufenden Serien werden als Mikrodramen bezeichnet. Beim Umbau einer bestehenden Serie verändern sich neben dem Bildformat auch Auswahl und Rhythmus: Eine einzelne Figur und ihre Geschichte können in den Vordergrund rücken, während andere Teile der ursprünglichen Folge entfallen.
RoseBerry nennt seinen Produktionsablauf RedSnapper. Das Unternehmen beschreibt ihn als Anpassung vorhandener Fernseharchive für vertikale Serien mit menschlicher Aufsicht. epis dient dabei als eigene Plattform für die Auswertung. Das erläutert RoseBerry auf seiner Seite für Rechteinhaber.
Darsteller kritisieren fehlende Abstimmung
Der aktuelle Anlass ist weder die erste Ankündigung noch der Beginn sämtlicher Proteste. Bereits am 2. Oktober berichtete Mediaweek über Stefan Dennis’ scharfe Kritik am Vorhaben. Dennis hatte gegenüber dem Herald Sun auch moralische und rechtliche Einwände erhoben. Das sind seine Bewertungen, keine gerichtlichen Feststellungen.
Der Guardian ergänzt nun Werkmeisters Darstellung zur fehlenden vorherigen Information. Er äußert Bedenken gegen die Verwendung seiner Auftritte auf einer Plattform, der er nach eigener Aussage nicht zugestimmt habe. Auch über mögliche Folgevergütungen sei er nicht informiert worden.
Fremantle grenzt den KI-Einsatz ein
Gegenüber dem Guardian erklärt Fremantle, ausschließlich bereits ausgestrahltes Bildmaterial, Dialoge und Darstellungen zu verwenden. RedSnapper erzeuge demnach keine neuen Szenen oder Auftritte, verändere keine Gesichter und setze keine synthetischen Stimmen ein. KI unterstütze die Archivanalyse, den Schnitt und die Anpassung des Bildausschnitts; ein menschlicher Editor prüfe und genehmige jeden Bearbeitungsschritt.
Diese Beschreibung beantwortet die Frage nach der Technik. Die Kritik an Information und Mitwirkung bleibt davon getrennt. Auch ein Schnitt mit unveränderten Aufnahmen kann eine Darstellung in einen neuen Zusammenhang stellen. Welche Nutzung die jeweiligen Vereinbarungen erlauben, lässt sich aus den öffentlich vorliegenden Angaben nicht abschließend beurteilen.
Quellen
4 Links
- Primärquelle zum allgemeinen Produktionsablauf: RoseBerry, RedSnapper, menschliche Aufsicht und epis
- Variety, 29. September 2026: ursprüngliche Ankündigung
- Mediaweek, 2. Oktober 2026: ältere Kritik von Stefan Dennis
- The Guardian, 25./26. Oktober 2026: Originalberichterstattung mit Interviews und Unternehmensstellungnahme
Stand der Recherche: 26.10.2026. Der Guardian-Bericht erschien laut Zeitstempel am 25. Oktober; seine letzte Aktualisierung fällt in Berliner Zeit auf den 26. Oktober. Die Projektankündigung war spätestens Ende September öffentlich. Die Angaben zum konkreten KI-Einsatz sind Fremantles gegenüber dem Guardian abgegebene Erklärung. Individuelle Verträge und Einwilligungen liegen nicht vor; eine abschließende rechtliche Bewertung ist damit nicht möglich.
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