Die Nachricht
Work und Codex teilen sich schon jetzt ein Kontingent
ChatGPT Work ist der Agent für längere Aufgaben mit mehreren Schritten, etwa Recherchen, Auswertungen oder fertige Dokumente, Tabellen und Präsentationen. Codex ist für Softwareentwicklung gedacht und läuft in der Desktop-App als eigene Ansicht mit getrenntem Verlauf. Chat, Work und Codex sind in der Oberfläche also bis heute getrennte Bereiche (OpenAI-Hilfe zu Work und Codex).
Beim Verbrauch hängen Work und Codex dagegen schon zusammen. Laut der Nutzungshilfe zu GPT-6 Astra teilen sie sich das Kontingent, das in Plus, Pro und in den Business-Plätzen Standard und Premium enthalten ist. Bei Plus und Pro greifen außerdem Word, Excel und PowerPoint auf denselben Topf zu, soweit die Funktionen im Tarif verfügbar sind (Credits-Hilfe). Ab Dezember soll dieser Topf auf ChatGPT insgesamt wachsen, weil die Work-Funktionen in die Hauptoberfläche wandern.
Wie getrennt Chat und Work heute noch sind, zeigt die Business-Hilfe. Die Nachrichten für die Modelloption Pro, also GPT-6 Pro im Chat, haben dort einen eigenen Topf: 15 Nachrichten im Monat auf Standard-Plätzen, 50 pro Woche auf Premium-Plätzen, jeweils geteilt zwischen GPT-6 Pro und GPT-5.6 Sol Pro. Mit dem Work- und Codex-Kontingent hat das nichts zu tun. „Pro“ meint an dieser Stelle eine Modelloption, „Premium“ einen Platztyp im Firmentarif (Business-Modelle und Limits).
Gemessen wird künftig in Tokens
In der Ankündigung schreibt OpenAI, dass die gemeinsame Nutzung in Tokens gezählt wird, also in den Einheiten, die ein Modell verarbeitet und erzeugt. Wie viel vom Kontingent weggeht, hängt vom gewählten Modell und von der Aufgabe ab. Fortgeschrittene Modelle und komplexe Aufgaben verbrauchen tendenziell mehr.
Ein Token ist ein Textbaustein: ein Zeichen, ein Wortteil, ein ganzes Wort oder ein Satzzeichen. Die Zahl der Tokens lässt sich deshalb nicht mit einer Wortzahl gleichsetzen, und sie fällt je nach Modell und Sprache anders aus. Gezählt werden Eingabe und Ausgabe. Bei Reasoning-Modellen kommen interne Reasoning-Tokens dazu, die nie als Antworttext auftauchen. Eine kurze Antwort kann darum mehr verbrauchen, als ihre Länge vermuten lässt. Das steht in OpenAIs Token-Dokumentation, die sich allerdings an API-Nutzer richtet. Eine Rechenformel für die Dezember-Umstellung enthält sie nicht.
Schon heute lässt sich das Kontingent nicht in Nachrichten umrechnen. Für Work und Codex nennt OpenAI nur Schätzungen, bei Plus zum Beispiel 5 bis 45 lokale Nachrichten pro Fünfstundenfenster mit GPT-6 Astra. Größere Eingaben und Ausgaben, höhere Reasoning-Stufen, der Fast-Modus und Aufgaben mit mehreren Schritten treiben den Verbrauch nach oben (Nutzungshilfe).
Credits greifen erst nach dem Kontingent
Credits sind Guthaben, das man zukauft. Bei persönlichen Tarifen läuft zuerst die enthaltene Nutzung, danach wird das Guthaben angezapft. Das gilt für Codex, Work, Word, Excel und PowerPoint, je nach Tarif und Konto. Ob man Credits überhaupt kaufen kann, hängt ebenfalls vom Konto ab. Mit API-Credits haben sie nichts zu tun, und einen Modellzugang schalten sie nicht frei (Credits-Hilfe).
In Business-Arbeitsbereichen läuft zusätzliche Nutzung über gekauftes Workspace-Guthaben, sofern welches da ist und die Ausgabenkontrollen es erlauben. Das ist vom Kontingent des einzelnen Platzes getrennt (Business-Hilfe).
Was Instant-Chat und Auto-review nicht verbrauchen
Laut Ankündigung zieht Instant-Chat nichts vom gemeinsamen Kontingent ab. Daraus folgt nicht, dass im Chatfenster alles frei bleibt. In der Business-Hilfe steht schon heute, dass ChatGPT bei gewähltem Instant von sich aus Reasoning zuschalten kann. Das lässt sich unter Settings > General über „Higher intelligence“ steuern, und es kann das Reasoning-Kontingent belasten, obwohl Instant eingestellt bleibt (Business-Hilfe). Ob und wie solches Nachdenken nach der Umstellung zählt, sagt OpenAI nicht.
In Work und Codex gibt es bereits eine feste Ausnahme. Auto-review, die automatischen Sicherheitsprüfungen, kostet bei Anmeldung mit einem ChatGPT-Konto nichts und zählt nicht gegen die Limits. Alles andere verbraucht Kontingent oder Credits (Credits-Hilfe).
Was OpenAI bisher nicht verrät
Wie groß die Kontingente im Dezember ausfallen, wie lange ein Zeitfenster dauert und welche Funktionen genau zählen, steht bislang nirgends. Auch einen Starttag gibt es nicht. Zugesagt ist, dass man Restnutzung und Rücksetzzeiten gesammelt unter Settings → Usage sieht. Wer an die Grenze stößt, kann warten, den Tarif wechseln oder Credits für passende Funktionen kaufen (Ankündigung).
Heute gelten bei Work und Codex je nach Tarif ein Fünfstundenfenster und ein Wochenfenster, und in beiden muss noch Rest übrig sein. Pro 100, Pro 200 und Pro 500 haben derzeit kein Fünfstundenlimit, sondern nur das enthaltene Kontingent. Ob das nach der Zusammenlegung so bleibt, ist offen (Nutzungshilfe).
OpenAI erwartet, dass die meisten Nutzer nicht häufiger auf eine Rücksetzung warten müssen als jetzt. Das ist eine Erwartung und kein Versprechen. Eine Kürzung oder Preiserhöhung nennt die Ankündigung nicht.
Unabhängig davon hat OpenAI die heutigen Kontingente zuletzt angehoben. Die Release Notes vom 29. Oktober sprechen von mehr Work- und Codex-Nutzung für Pro und Business Premium und nennen konkret eine Verdopplung für Pro 100 und Pro 500. Die im September per E-Mail angekündigte Kürzung bei Pro 200 hat OpenAI zurückgenommen. Wer dort schon das höhere Kontingent hatte, behält es. Alle anderen bekommen das Doppelte ihres bisherigen Kontingents und landen damit auf demselben Stand. Das betrifft die heutigen Kontingente, nicht die Regeln ab Dezember.
Quellen
Stand der Recherche: 01.11.2026. Alle Angaben stammen aus den verlinkten OpenAI-Hilfeseiten. Kein eigener Praxistest.
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