Die Nachricht

Die 13 Prozent stehen für eine hohe Schwelle

Gartner hat die Ergebnisse am 19. Oktober 2026 auf seinem IT Symposium/Xpo in Orlando vorgestellt. Grundlage ist eine Befragung von 2.002 CIOs, also IT-Chefs, und weiteren Technologieverantwortlichen zwischen Mai und Juli 2026. Die Angaben beruhen auf deren Einschätzungen. Gartners Originalmitteilung

Die 13 Prozent beziehen sich ausdrücklich auf erheblichen oder transformativen Nutzen im Unternehmen. Daraus folgt weder, dass die übrigen 87 Prozent überhaupt keinen Nutzen erzielen, noch, dass ebenso viele KI-Projekte gescheitert sind. Wie viele Befragte kleinere Verbesserungen melden, schlüsselt die öffentliche Mitteilung nicht auf.

Ein Werkzeug kann bei einzelnen Aufgaben helfen, ohne dass sich im ganzen Unternehmen viel ändert. Gartner nennt dazu eine zweite Zahl: Nur etwa jeder fünfte KI-Anwendungsfall gilt als erfolgreich. An dieser Quote hat sich trotz der vielen neuen Projekte in den letzten zwei Jahren nichts geändert.

Mehr Einsparungsdruck, zugleich höhere Kosten

58 Prozent der CIOs berichten von gestiegenem Druck, mit KI Kosten zu senken. Gleichzeitig erwarten 51 Prozent, dass KI die Gesamtbetriebskosten ihrer technischen Lösungen erhöht. Die zweite Zahl beschreibt eine Erwartung, keine bereits gemessene Kostensteigerung. Angaben zu Kosten und Erwartungen

Beides kann zusammenkommen: Ein Unternehmen gibt mehr für KI aus und reduziert an anderer Stelle Arbeitsaufwand. Ob sich das lohnt, zeigt erst die gesamte Rechnung. Gartner rät deshalb, Kosten und Nutzen über die ganze Laufzeit einer Anwendung zu verfolgen, vom ersten Test bis zum laufenden Betrieb. Gartners Einordnung zur Wirtschaftlichkeit

Für laufende Anwendungen fehlen oft Abbruchregeln

Nur 31 Prozent der befragten CIOs nennen Regeln dafür, wann ein KI-Pilot nicht in den regulären Betrieb übergehen soll. Für bereits laufende Anwendungen mit geringem Nutzen haben lediglich 17 Prozent solche Abbruchregeln. Ergebnisse zu Abbruchregeln

Gartner vergleicht das mit einer Gruppe, die es „Vanguards“ nennt: CIOs, deren Unternehmen bessere Geschäftsergebnisse erzielen und deren Unternehmensspitze den KI-Nutzen hoch einschätzt. Wer Regeln für Pilotprojekte hat, gehört 2,3-mal so häufig zu dieser Gruppe. Bei Regeln für laufende Anwendungen ist es 2,6-mal so häufig. Dass die Regeln selbst die besseren Ergebnisse bewirken, belegt der Zusammenhang allerdings nicht.

Gartner empfiehlt, schon vor einem Test festzulegen, welchen Nutzen eine Anwendung bringen soll und ab wann sich weiterer Aufwand nicht mehr lohnt. Ein Test, der gegen die Einführung spricht, ist dann ebenfalls ein brauchbares Ergebnis.

Arbeitsrollen werden bislang selten neu geplant

Nur vier Prozent der CIOs haben konkrete Pläne, Rollen für eine Belegschaft aus Menschen und KI-Agenten neu zuzuschneiden. Wer solche Pläne hat, gehört 2,4-mal so häufig zu den „Vanguards“. Angaben zur Arbeitsorganisation

Gartner-Analystin Alicia Mullery sagte dazu gegenüber CIO Dive, die Technik und ihre Kosten könnten die Personalfragen überlagern, weil eine teure Rechnung eben unmittelbarer drängt. Neben der 13-Prozent-Zahl geht dieser Teil der Umfrage leicht unter: Unternehmen müssen auch klären, wie sich die Arbeit durch KI verändert. Bericht von CIO Dive

Quellen

5 Links

Stand der Recherche: 22.10.2026. Grundlage sind Gartners öffentlich zugängliche Auswertung und ergänzende Medienberichte. Der vollständige Fragebogen und eine detaillierte Aufschlüsselung aller Nutzenbewertungen liegen diesem Artikel nicht zugrunde. Die Ergebnisse lassen sich nicht als Erfolgsquote einzelner KI-Projekte lesen.