Die Nachricht
Am 26. Oktober machte OpenAI mit seiner Entwicklerveranstaltung DevDay Exchange Station in Berlin. Die Reihe führt im Herbst durch mehrere Städte, darunter Tokio, Paris und London. Viele Ankündigungen kannte man schon vom großen DevDay im September. Neu war vor allem eine Aussage zu Dots, OpenAIs persönlichen KI-Assistenten in ChatGPT.
Für private Pro-Konten in Deutschland heißt es noch warten
Laut THE DECODER sagte Romain Huet, bei OpenAI für Developer Experience zuständig, in Berlin, dass Dots bald auch in Europa breiter verfügbar sein sollen. Zuerst spricht OpenAI mit den Regulierungsbehörden, danach soll es in wenigen Wochen losgehen.
Das ist eine Ankündigung, noch keine Freischaltung. In der OpenAI-Hilfe sind persönliche Pro-Konten im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich weiterhin ausgenommen. Wer in Deutschland ein privates Pro-Abo hat, bekommt Dots also noch nicht.
Für Unternehmen sieht es anders aus. Mit dem Tarif Business Premium ist der Zugang in den unterstützten Regionen möglich, sofern der Arbeitsbereich dafür freigegeben ist. Bei Enterprise ist Dots eine Beta, die erst die Administration einschalten muss.
Einen festen Termin für private Pro-Konten in Europa nennt die Hilfe nicht. Aus den „wenigen Wochen“ lässt sich deshalb kein sicherer Starttag ableiten.
Was ein Dot ist und was er kann
Ein Dot ist ein persönlicher KI-Assistent in ChatGPT, der an einem Ziel dranbleibt, auch wenn das Gespräch gerade vorbei ist. Dafür hat er laut OpenAI einen eigenen Computer in der Cloud, also auf entfernten Servern, und lässt sich mit ausgewählten Apps verbinden. Vorgestellt hat OpenAI Dots bereits am 29. September in der Produktankündigung. Neu an der Berliner Nachricht ist der Ausblick auf einen breiteren Zugang in Europa.
Ein Beispiel von OpenAI: Aus einem Interviewtranskript soll ein Dot Begleitnotizen und Entwürfe für Social-Media-Beiträge erstellen. Das ist ein vorgesehener Einsatz, den ich nicht selbst getestet habe.
Welche Apps verbunden werden und was der Assistent allein erledigen darf, legst du selbst fest. Ergebnisse soll ein Dot zur Prüfung vorlegen und bei Entscheidungen nachfragen, die dein Urteil brauchen. Auf deinen eigenen Rechner greift er nur zu, wenn du das erlaubst. Diese Verbindung ist optional.
Bei Video setzt OpenAI andere Prioritäten
Für alle, die mit KI-Video arbeiten, war die Fragerunde interessant. Laut THE DECODER begründete das Panel das Aus für Sora, OpenAIs Videogenerator, mit dem sehr hohen Ressourcenverbrauch. Kunden hätten vor allem nach Programmierhilfen und Agenten gefragt. Eine spätere Rückkehr wollte OpenAI nicht ausschließen. Eine neue Sora-Version ist damit aber nicht angekündigt.
Zum Zeitplan: Angekündigt hatte OpenAI das Aus im März. Laut der OpenAI-Hilfe zur Einstellung von Sora gingen die Web- und App-Angebote am 26. April 2026 vom Netz. Die Programmierschnittstelle für Entwickler folgte am 24. September.
In der Fragerunde ging es auch um Funktionen, mit denen eine KI Videos im Zusammenhang versteht. Die hat OpenAI laut dem Bericht bisher nicht vorangetrieben. Als Grund nannte das Unternehmen, dass Kunden kaum danach gefragt hätten. Einzelne Bilder zu analysieren ist etwas anderes, als einen ganzen Film zu erfassen. Das ist die Sicht des Unternehmens und kein unabhängiger Beleg dafür, wie groß der Bedarf tatsächlich ist.
ChatGPT wird zur Plattform für andere Anwendungen
Hinter den einzelnen Neuerungen steht ein größerer Umbau. OpenAI öffnet ChatGPT für Anwendungen anderer Anbieter. Über sogenannte Plugins lassen sich Werkzeuge anbinden oder eigene interaktive Bereiche direkt in ChatGPT anbieten. Vorgestellt hat OpenAI das bereits beim DevDay im September.
Für Entwickler gibt es außerdem die Agents API. Eine API ist eine Schnittstelle, über die Programme miteinander arbeiten. Mit dieser können Entwickler KI-Agenten in eigene Anwendungen einbauen. OpenAI übernimmt dabei Teile des technischen Betriebs, zum Beispiel dass laufende Aufgaben fortgesetzt werden und der Arbeitskontext erhalten bleibt.
OpenAI möchte also, dass mehr Arbeit direkt auf seiner Plattform passiert, vom ersten Auftrag bis zum fertigen Ergebnis. Für Nutzerinnen und Nutzer bleibt die praktische Frage, was ihr eigenes Konto tatsächlich freischaltet. Bei Dots fehlt dieser Schritt für private Pro-Konten in Europa noch.
Quellen
7 Links
- THE DECODER: Bericht vom DevDay Exchange in Berlin, 28.10.2026
- OpenAI: Termin und Programm des DevDay Exchange 2026
- OpenAI Help Center: Getting started with your dot, abgerufen am 28.10.2026
- OpenAI: Introducing dots, 29.09.2026
- OpenAI Help Center: What to know about the Sora discontinuation, abgerufen am 28.10.2026
- OpenAI: DevDay 2026 Recap, 29.09.2026
- OpenAI: Dokumentation der Agents API, abgerufen am 28.10.2026
Stand der Recherche: 28.10.2026. Aussagen aus der Berliner Fragerunde werden dem Bericht von THE DECODER zugeordnet. Produktfunktionen und Zugangsbedingungen beruhen auf OpenAIs eigenen Angaben. Kein eigener Praxistest.
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