Einordnung

Ob Opus 5.5 oder Sonnet 5.5 besser passt, hängt von der Aufgabe ab. Leistung, Antworttempo und Kosten zeigen, wo die beiden Sprachmodelle stehen.

Aktualisiert am 12.10.2026: Claude Haiku 5.5 ist am 7. Oktober erschienen. Der Hinweis im Abschnitt zu Sonnet 5.5 ist entsprechend angepasst.

Aktualisiert am 12.10.2026: Am 28. September hat Anthropic mit Claude Sonnet 5.5 ein weiteres Modell der 5.5-Reihe veröffentlicht. Die Angaben dazu stehen im Abschnitt zu Sonnet 5.5.

Ein neues Opus-Modell

Claude Opus 5.5 ist das erste Modell aus Anthropics neuer 5.5-Reihe. Laut Anthropics Ankündigung liegt es bei den meisten Aufgaben auf dem Niveau von Claude Fable 5.1. Anthropic betont vor allem längere Coding-Aufgaben, Wissensarbeit und den Einsatz mit Werkzeugen. Die Benchmark-Tabelle von Anthropic zeigt die einzelnen Vergleiche, KI-Videoproduktion misst sie nicht.

Solche Modelle bearbeiten mehrstufige Aufgaben. Ein Coding-Agent prüft zum Beispiel Code, schlägt Änderungen vor und führt Tests aus. Zuverlässig läuft das trotzdem nicht ohne Kontrolle, die Ergebnisse musst du weiterhin prüfen.

Leistung und Tempo im Modellvergleich

Opus und Sonnet im Vergleich. Zwei Balken je Modell zeigen Indexpunkte und Ausgabetempo in Tokens pro Sekunde. Daneben steht die Denkstufe, soweit ausgewiesen. Opus, Sonnet, Astra, Sol, Luna, Haiku, Gemini, MiMo, DeepSeek und Mistral sind enthalten. Messbedingungen unter „Quellen und Messung“.
Orange: Leistungspunkte im Test. Blau: Texttempo in Tokens (kleinen Textstücken) pro Sekunde. Die Wartezeit vor der Ausgabe kommt hinzu. Bild in voller Größe.
Quellen und Messung

Quelle: Artificial Analysis: Modellrangliste, für GPT-6 Sol der Vergleich mit GPT-6 Luna. Stand: 11. Oktober 2026; Intelligence Index v4.3.2. Die Kennzeichnung nennt die im Test verwendete Stufe und ist nicht zwingend die Chat-Standardeinstellung: Max oder High. Bei Claude kennzeichnet Artificial Analysis die Stufe als Max mit Standard-Fallback. MiMo wird als gelistete Variante gezeigt; für Mistral ist keine Denkstufe ausgewiesen. Kolibri hat keinen unabhängigen Indexwert. Die Stufen sind anbieterabhängig und nicht direkt gleichzusetzen. Gemessen wird die Ausgabe über Programmierschnittstellen, nicht die Geschwindigkeit der Chatoberflächen. Die Werte können je nach Anfrage und Auslastung schwanken.

Googles neues Modell Gemini 4 Argon steht nicht in dieser Grafik. Preis, Zugang und Messwerte dazu habe ich in einem eigenen Artikel eingeordnet.

Preise über die API

Über die API kostet Opus 5.5 laut Anthropic 4 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 20 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token. Opus 5 kostete 5 beziehungsweise 25 US-Dollar. Ein Token ist ein kleines Textstück, nach dem KI-Dienste Eingaben und Antworten abrechnen.

Anthropic sagt außerdem, Opus 5.5 verursache bei typischen Aufgaben rund 40 Prozent weniger Rechenkosten als Opus 5, auch weil es für dieselbe Aufgabe weniger Token verbraucht. Die 40 Prozent sind eine Herstellerangabe zu typischen Arbeitsabläufen und keine feste Ersparnis für jedes Projekt. API-Preise betreffen Entwickler und Unternehmen, die das Modell in eigene Anwendungen einbauen. Der Preis eines Claude-Abos ist davon getrennt.

Beim Tempo vergleicht Anthropic ebenfalls mit Opus 5. Die Ausgabe soll mehr als 30 Prozent schneller entstehen. Wie stark du das bei einer konkreten Aufgabe merkst, hängt unter anderem von ihrer Länge und den Einstellungen ab.

Was Anthropic zur Sicherheit sagt

Anthropic berichtet von besseren Ergebnissen in einer eigenen Verhaltensprüfung. Das Modell soll seltener schwer rückgängig zu machende Aktionen ausführen oder vorgegebene Grenzen überschreiten. Zudem sei es widerstandsfähiger gegen Prompt-Injection. Damit sind versteckte oder manipulierte Anweisungen gemeint, die ein KI-System von seiner eigentlichen Aufgabe abbringen sollen.

Das sind Ergebnisse und Einschätzungen des Herstellers. Fehler und unsichere Antworten schließen sie nicht aus. Anthropic nennt externe Prüfungen vor der Veröffentlichung durch Frontier Design und METR und beschreibt in der System Card weitere Tests und Grenzen. Für sensible Cybersecurity- und Biologie-Aufgaben gelten zusätzliche Schutzmaßnahmen. Ein Teil solcher Cyber-Aufgaben wird laut Unternehmen an ein anderes Modell weitergeleitet.

Wo Opus 5.5 verfügbar ist

Anthropic gibt an, dass Opus 5.5 auf allen Claude-Plattformen sowie über Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Foundry verfügbar ist. Auch im Claude-Desktop-Menü ist das Modell auswählbar. Für die API lautet die Modellkennung claude-opus-5-5.

Für Pro-, Max-, Team- und bestimmte Enterprise-Abos kündigt Anthropic höhere Fünf-Stunden-Nutzungslimits an. Abonnenten sollen außerdem ein Nutzungslimit zurücksetzen und den Reset selbst einsetzen können. Das betrifft die Nutzung im jeweiligen Abo und ist von den API-Preisen getrennt.

Sonnet 5.5: die günstigere Variante

Am 28. September 2026 hat Anthropic Claude Sonnet 5.5 veröffentlicht. Der Hersteller versteht es als Ergänzung zu Opus 5.5. Opus sei für komplexe Arbeit gedacht, die sorgfältiges Abwägen verlangt. Sonnet 5.5 sei am stärksten bei klar umrissenen Alltagsaufgaben, beim Beheben von Fehlern und beim Erstellen von Dokumenten, Präsentationen und Tabellen.

Die API-Preise für neue Eingabe- und Ausgabe-Token bleiben gegenüber Sonnet 5 gleich, nämlich 2 und 10 US-Dollar pro Million Token. Das ist die Hälfte des Opus-5.5-Preises. Seit dem 7. Oktober kosten Cache-Lesezugriffe laut Anthropic nur noch 0,10 statt 0,20 US-Dollar pro Million Token.

Laut Anthropic erzeugt Sonnet 5.5 Ausgaben mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und kostet pro Aufgabe bis zu 30 Prozent weniger. Das führt Anthropic beim Start auf weniger Tokens für dieselbe Aufgabe zurück. In frühen Coding-Tests bündelte Sonnet außerdem Werkzeugaufrufe, wodurch weniger Schritte nötig wurden. Das höhere Tempo betrifft nur die Wartezeit und ist für sich genommen kein Rabatt auf abgerechnete Tokens.

Bei mehreren Benchmarks soll Sonnet 5.5 auf niedriger oder mittlerer Stufe das beste Ergebnis von Sonnet 5 für rund ein Zehntel der Kosten pro Aufgabe übertreffen. Auch das sind Herstellerangaben.

Anthropics Tests zeigen keine durchgängige Rangfolge. Sonnet liegt bei einigen Aufgaben nahe an Opus oder davor, bei anderen ist Opus deutlich stärker. Die Werte gelten für bestimmte Tests, nicht für jede Aufgabe im Alltag. Die Vergleichstabelle des Herstellers enthält die einzelnen Ergebnisse.

Anthropic beschreibt zusätzliche Schutzmaßnahmen für sicherheitskritische Aufgaben und das Auslesen interner Denkschritte. Auch das sind Herstellerangaben, Fehler schließen sie nicht aus.

Verfügbar ist Sonnet 5.5 auf allen Plattformen, darunter Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Foundry. Die Modellkennung für die API lautet claude-sonnet-5-5.

Es gibt fünf Einstellungen für den Denkaufwand, die sogenannten Effort-Stufen von Low bis Max. In Claude Code und den Claude-Apps ist Medium voreingestellt, auf der Claude Platform High. Claude Haiku 5.5, gedacht für Anwendungen mit hohem Volumen und Kostendruck, kündigte Anthropic hier nur „in den kommenden Wochen“ an. Erschienen ist es am 7. Oktober 2026; Preise, Benchmarks und die Schwächen aus der System Card stehen im Beitrag zu Haiku 5.5.

Was das für KI-Videos bedeutet

Opus 5.5 und Sonnet 5.5 sind Sprach- und Arbeitsmodelle, keine neuen Werkzeuge für Bild oder Video. In einer Videoproduktion können sie beim Sortieren eines Briefings, beim Schreiben eines Entwurfs oder beim Zusammenfassen von Feedback helfen. Für solche klar umrissenen Aufgaben ist laut Anthropic eher Sonnet 5.5 gedacht, Opus 5.5 für komplexere Arbeit. Ob das in deinem Ablauf Zeit spart, zeigt sich erst im Einsatz.

Die Bilder und Bewegtbilder selbst entstehen weiterhin in Video- und Bildwerkzeugen, daran ändern beide Modelle nichts. Interessant sind die Meldungen vor allem für alle, die mit Claude schreiben, programmieren oder mehrstufige Aufgaben bearbeiten.

Quellen

6 Links

Anthropic: Introducing Claude Opus 5.5, Opus 5.5 System Card, Anthropic: Introducing Claude Sonnet 5.5, TechCrunch: Anthropic releases Sonnet 5.5, VentureBeat: Anthropic launches Claude Sonnet 5.5 und heise online: Anthropic veröffentlicht Claude Opus 5.5, Opus-Quellen abgerufen am 22. September 2026, Sonnet-Quellen am 29. September 2026.

Hinweis: Dieser Beitrag beruht auf den offiziellen Ankündigungen von Anthropic, Stand 22. September 2026 (Opus 5.5) und 29. September 2026 (Sonnet 5.5). Er ordnet die Nachricht für KI-Video-Workflows ein, ersetzt aber keine Prüfung der aktuellen Produktbedingungen oder Preise vor einem konkreten Einsatz. Benchmarks und Herstellerprüfungen bilden konkrete Ergebnisse im Einzelfall nicht vollständig ab.

Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und ohne Gewähr. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehme ich, soweit gesetzlich zulässig, keine Haftung.

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